Blähungen – Meteorismus – Flatulenzen sind mehr als lästig

Blähungen – leidest du darunter?

An sich sind ab und zu auftretende Blähungen ein harmloses Symptom. Sie deuten auf übermäßige Gasbildung im Darm und sind normal.

Sie entstehen nach dem Konsum blähender Speisen. Wie Kohl, Zwiebel, Lauchgewächse, Knoblauch, Hülsenfrüchte oder Dörrobst.

So heißt es auch: „Jedes Böhnchen ein Kanönchen“ 🙂.

Bohnen

Martin Luther soll in seinen Tischreden gesagt haben:

“Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?”

Und auch Mozart soll vom „wackeren Furz“ gesprochen haben.

Aber ständige und übermäßige Blähungen sind peinlich und oft wirklich lästig. Und das sowohl für den Betroffenen selbst, als auch für die Umwelt.

Wobei Umwelt ein gutes Stichwort ist. Die Flatulenzen der riesigen amerikanischen Rinderherden sind zu einem großen Teil verantwortlich für das Ozonloch.

Bei uns geben sie zuweilen Anlass für Belustigung. Daher gibt es wohl auch unzählige Witze zu diesem Thema.

Und im Extremfall können sie sogar zu Ehekrisen führen. Ähnlich wie das Schnarchen, das ja durchaus auch ernste Folgen haben kann. In meinem Artikel über Schlafstörungen gehe ich näher darauf ein. 

Stinktier

Ernst wird es, wenn Blähungen chronisch werden. Und bei praktisch jeder Nahrung auftreten, Dann sollten sie ernst genommen werden.

Dann kann ein allzu deutliches Signal des Körpers sein. Dafür, dass das Verdauungs-System aus dem Gleichgewicht geraten ist. Was sich auf Dauer fatal auf den ganzen Organismus auswirken kann.

All das erwartet dich in diesem Beitrag.

  • Was sind Blähungen?
  • Wie entstehen sie?
  • Welche sind ihre häufigsten und selteneren Ursachen?
  • Welche Folgen haben sie?
  • Was hilft dagegen?

Was sind Blähungen?

Blähungen sind überschüssige Gasansammlungen im Darm. Sie entstehen bei der an sich nicht ungewöhnlichen Gasbildung im Verdauungstrakt.

Normalerweise können diese Gase vom Darm absorbiert und über die Lunge ausgeschieden werden. Oder sie werden durch Aufstoßen oder Ablassen von Winden aus dem Körper entfernt. Aber einige Darmbakterien können diese Gase auch abbauen.
Darm
Manchmal wird die Gasbildung jedoch zu stark. Dann kann sich der Körper nicht mehr unbemerkt von den Gasen befreien. Und dann folgt die oft hörbare Ausleitung der geruchsintensiven Blähungen über den Darmausgang. Das nennen wir Flatulenzen.

Oder es kommt zum Meteorismus (Blähbauch). Bei diesem können die Gase nicht abgelassen werden, sondern bleiben im Darm. Diese rufen ungutes Druck- und Völlegefühl bis zu argen Koliken hervor.

Genau genommen sind Blähungen Giftgase

Chronische Blähungen sind ein Hinweis darauf, dass die Darmflora aus dem Gleichgewicht gekippt ist. Und dass nun die gasbildenden Bakterien Überhand gewinnen.

Fatalerweise sind Blähungen nicht immer harmlose Luft, sondern hoch giftige Fäulnisgase. Die sogar gefährlich sein können.

Sie belasten:

  • den Darm
  • die Darmflora
  • die Leber

Darm
Im Extremfall können sie aber den ganzen Körper vergiften.

Mangelhafte Verwertung der Nahrung

Es gibt hier einen fatalen Teufelskreis:

Blähungen schädigen die natürliche Darmflora. Diese Bakterien-Besiedelung ist wichtig für unsere Verdauung. Ist diese geschädigt und aus dem Gleichgewicht, kommt es zu mangelnder Verdauung der Nahrungsstoffe.

Dies führt einerseits zu Gärungsprozessen und weiterer Gasbildung, die die Darmflora weiter vergiftet und schädigt. Und andererseits zu einer Mangelversorgung mit wichtigen Nähr- und Vitalstoffen.
Bauchschmerzen

Schwächung des Immunsystems

Hinzu kommt, dass eine geschwächte Darmflora eindringende Krankheitskeime nicht so gut abwehren kann. Wir wissen heute, wie wichtig die Darmflora für unser Immunsystem ist.

Darüber hinaus können Blähungen auf Probleme hinweisen. Die dann über einen längeren Zeitraum zu chronischen Darmerkrankungen führen können. Wie z.B. Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa.

Daher ist es wichtig, diese möglichst rechtzeitig zu lösen.

Fatalerweise haben diese scheinbar nichts mit dem Verdauungssystem zu tun. Dazu gehören Allergien oder Krankheiten aus dem rheumatischen Formenkreis. Dann wird der Zusammenhang oft erst sehr spät erkannt.

Was letztlich wieder darauf hinweist, wie sehr die verschiedenen Organsysteme miteinander vernetzt sind.

Ursachen für Blähungen

Einerseits entstehen Blähungen, weil gasbildende Bakterien in der Darmflora überhandnehmen. Das ist meist die Folge ungesunder Ernährung.

Sie können aber auch durch Luftschlucken bei zu hastigem Essen entstehen.
Buddah

Ernährungsbedingte Blähungen

☹ Dass Hülsenfrüchte Blähungen verursachen, ist allgemein bekannt. Allerdings gilt das auch nicht für alle Menschen.

Manch einer verträgt sie gut, andere wieder gar nicht.

☹ Aber auch Zucker und weißes Mehl fördern Gärprozesse im Darm. Und verschieben die Darmflora.

Übrigens können Vollkornprodukte noch mehr Blähungen verursachen. Obwohl sie landläufig als gesund gelten. Die darin enthaltenen Balaststoffe können bei übermäßigem Verzehr zu “Darmwinden” führen.

Ein großer Teil der unverdaulichen Bestandteile wird im Dickdarm durch Bakterien zersetzt. Dabei entstehen Abfallprodukte, die dann zur Gasbildung führen.

☹ Zu viel Eiweiß kann Blähungen verursachen. Weil es oft nicht ausreichend verdaut werden kann. Das gilt vor allem tierisches Protein. Aber auch Proteindrinks können massive Blähungen auslösen.

Durch die mangelnde Verdauung entstehen Fäulnisprozesse im Darm. Diese vermehren wiederum die Fäulnisbakterien und bringen die Darmflora aus dem Gleichgewicht.

☹ Auch Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten können zu Blähungen führen.

So gibt es Intoleranzen gegen bestimmte Stoffe wie Fructose, Lactose, Gluten oder Histamin.

☹ Auch Getränke können blähen. Zum Beispiel Kaffee oder auch kohlensäurehaltige Getränke, ebenso wie Bier.

Kaffee

Du findest am besten durch Eigenbeobachtung heraus, was du besser vermeiden solltest. Auserdem besteht natürlich die Möglichkeit, eventuelle Intoleranzen ärztlich austesten zu lassen.

Blähungen durch Lebensgewohnheiten

☹ Auch ungesunde Essgewohnheiten können zu Blähungen führen wie:

  • Hastiges Essen.
  • Luftschlucken.
  • Mangelndes Kauen.
  • Und damit fehlende Einspeichelung der Nahrung.
  • Zu spätes Essen.
  • Ungünstige Verteilung der Mahlzeiten.
  • Zum Essen trinken.
  • Falsche Kombination von Lebensmitteln.
  • Häufiges Kaugummi Kauen.

Beispiele für falsche Kombinationen sind Getreide + Früchte oder Getreide- + Milchprodukte.

☹ Aber auch Stress (physischer und psychischer) kann zu Blähungen führen. Weil er über die massive Ausschüttung von Stresshormonen die Darmflora schädigt.
Blähungen

Krankheitsbedingte Blähungen

☹ Ständig gebläht zu sein, kann auch auf eine Schwächung der Leber hinweisen.

Sie ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan und leidet natürlich massiv unter den giftigen Darmgasen.

☹ Auch eine geschwächte Bauchspeicheldrüse kann zu Blähungen führen. Weil sie nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme erzeugt.

Die teilweise unverdaute Nahrung gelangt über den Dünndarm in den Dickdarm. Dort wird sie von den Darmbakterien zu giftigen Darmgasen fermentiert.

☹ Heftige Blähungen entstehen aber auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Diese sollten jesenfalls abgeklärt werden.

☹ Sie können auch in Hinweis auf ein Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) sein. Etwa in Form von Meteorismus gemeinsam mit häufigen Bauchschmerzen und Stuhlunregelmäßigkeiten.

Beim Meteorismus sammeln sich die Gase im Bauch an. Und gehen nicht oder nur sehr schlecht ab. Man spricht vom „Blähbauch“.

☹ Seltener können Darmstenosen und Darmlähmungen zu Blähungen führen.
Kugelfisch

Blähungen durch Medikamente und Ernährungszusätze

☹ Bei manchen Medikamenten gehören sie zu den Nebenwirkungen. Weil sie die Darmflora schädigen. Das gilt vor allem für Antibiotika. Daher ist nach deren Einnahme unbedingt eine wirksame Sanierung der Darmflora angezeigt.

☹ Ganz böse Blähungen können auch Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Maltit oder Xylit erzeugen.

Blähungen bei Babies

☹ Bei Babies – besonders Frühchen – sind Darmwinde besonders lästig. Sie können zu schmerzhaften Koliken führen, die der ganzen Familie den Schlaf rauben können.

Einerseits ist es wichtig, das Baby nach dem Trinken eine Weile aufrecht zu halten. Klopfe ihm leicht auf den Rücken. Dann kann es leichter rülpsen und sich von der geschluckten Luft befreien.

Andererseits hilft kreisende Bauchmassage immer im Uhrzeigersinn. Sie löst festsitzende und schmerzhafte Gasblasen.

Baby weint

Was hilft gegen Blähungen?

Ernährungsbezogene Maßnahmen gegen Blähungen

➡️ Als erstes kläre eventuelle Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten ab.

Konsultiere dazu einen Arzt / eine Ärztin deines Vertrauens!

➡️ Dazu ist auch die Selbstbeobachtung sinnvoll.

Eventuell mit einem Ernährungstagebuch. Das hilft dir, die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Nahrungsmitteln und starken Blähungen zu erkennen.

➡️ Achte auf gesunde Ernährung, die Blähendes vermeidet. Aber auch die bereits erwähnten falschen Kombinationen.

Fatale Kombinationen habe ich oben bereits erwähnt.

➡️ Nimm deine Mahlzeiten möglichst regelmäßig und nicht zu spät ein.

Eine belastende späte Mahlzeit einzunehmen, belastet deinen Verdauungstrakt.

➡️ Zu den Mahlzeiten solltest du nichts trinken. Halte einen Abstand von jeweils einer Stunde davor und danach.

Außerhalb der Essenszeiten solltest du aber ausreichend klares, kohlensäurefreies Wasser trinken.
Wasser Glas

Medizinische Maßnahmen gegen Blähungen

➡️ Ärztliche Abklärung ist jedenfalls zu empfehlen bei:

  • Blut im Stuhl (sichtbar oder okkult).
  • Schmerzen.
  • Unerwünschter Gewichtsabnahme.
  • Chronischen Durchfällen.
  • Chronischer Verstopfung. 
  • Oder auch ein Wechsel der beiden letzten Symptome.

Aufklärung kann eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchraumes bringen. Ebenso Laboruntersuchungen von Blut, Urin und Stuhl.

Manchmal ist eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie angezeigt. Oder auch eine ERCP, um die Gallengänge röntgenologisch darzustellen. Auch Gastroskopie oder Koloskopie können angezeigt sein.

➡️ Auch eine Darmreinigung kann hilfreich sein.

Das kann eine spezielle Diät sein, oder auch eine Darmwäsche.

➡️ Vorübergehend können entblähende Medikamente eingesetzt werden.

Diese wirken als Entschäumer. Sie sorgen dafür, dass sich die Gasansammlungen im Darm auflösen und leichter abgehen.

➡️ Möglich ist auch, die Leber mit Bitterstoffen zu unterstützen.

Ich persönlich finde zum Beispiel diese “Bittersegen Kräuterbitter” Tropfen sehr gut. Sie unterstützen meine Leber und verschaffen mir Erleichterung. (Achtung: enthalten Alkohol!).

➡️ Pflanzliche Wirkstoffe werden schon seit langem als „Hausmittel“ eingesetzt. In leichteren Fällen können sie durchaus auch heute hilfreich sein. Das sind vor allem Anis, Fenchel, Kümmel und Pfefferminz.
Gewürze

Lebensgewohnheiten ändern

➡️ Natürlich ist es wichtig, Stress zu meistern.

Denn dieser belastet nicht nur den gesamte Organismus. Sondern vor allem der Darm reagiert sehr darauf.

➡️ Bei regelmäßigem Gebrauch von Kaugummi kann es sein, dass du zu viel Luft schluckst.

Dann solltest du diesen meiden oder zumindest einschränken. Weiche gegebenenfalls auf andere Geruchskiller aus.

➡️ Auch kohlensäurehaltige Getränke solltest du meiden.

Sie verschärfen die Problematik, wenn du zu Blähungen neigst.

➡️ Und natürlich ist auch ausreichend Bewegung wichtig.

Diese regt nicht nur den Lymphfluss an, sondern auch die Darmtätigkeit. Und sorgt damit für geregelten Stuhl.

=> Wenn dein Baby sehr unter Blähungen leidet, ist es wichtig, an sein „Bäuerchen“ zu denken. Halte es nach dem Trinken eine Weile aufrecht und klopfe ihm leicht auf den Rücken. Dann kann es leichter rülpsen und sich von der geschluckten Luft befreien . Und hilf ihm mit kreisender (immer im Uhrzeigersinn!) Bauchmassage. Damit lösen sich festsitzende und schmerzhafte Gasblasen.

Fazit

Ich hoffe, du hast hier sowohl die Erklärungen gefunden, die du für deine lästigen Blähungen gesucht hast.

Aber auch die passende Lösung, um dich davon zu befreien.

Dich selbst oder eine andere Person, unter deren Blähungen du mitleidest 🙂.

Blähungen

Bilder von PIXABAY