Kombucha – ein heilsames und wohlschmeckendes „Lebenselixier“

Kombucha – ein leicht säuerliches, prickelndes Gärgetränk

Kombucha ist ein leicht selbst herzustellendes biologisches Gärgetränk.

Und er enthält zahlreiche lebende und aktive Mikroorganismen. Daher aktiviert er deinen ganzen Organismus.

Der Geruch des Getränkes ist leicht bis ausgeprägt säuerlich und erinnert etwas an Apfelessig. Dieser erste Eindruck ist allerdings trügerisch. Denn dieses Getränk ist basisch.

Auch der Geschmack ist – je nach “Reifegrad” (leicht bis stark) sauer und prickelnd. Er ist normalerweise sehr bekömmlich, daher gilt er in manchen Ländern sogar als Lebenselixier.

Kombucha schmeckt immer etwas anders. Besonders angenehm lässt er sich gekühlt genießen. Auch als “Eistee” mit Zitrone

An sich ist er auch käuflich zu erwerben. Aber vitaler ist er sicher, wenn du ihn selbst herstellst.

Kombucha

Du brauchst dazu einen sogenannten Kombuchapilz. Nämlich dem Scoby, der eigentlich SCOBY heißen müsste. Denn das Wort ist ein Akronym. Und setzt sich zusammen aus: „Symbiotic Colony Of Bacteria and Yeast“.

Der Scoby ist eine zähe, quallenartige, gallertartige Masse. Und er bildet Lamellen mit vor allem an der Unterfläche braunen Flecken. Diese sind unter dem Mikroskop als Konzentrationen von Hefezellen zu erkennen.

Trotz der Bezeichnung ist er eigentlich kein Pilz. Sondern ein Gemisch aus verschiedenen Bakterien und Hefen. Und diese vergären gezuckerten Tee zu einem mostartigen, leicht kohlensäurehaltigen Getränk.

Was dich in diesem Beitrag erwartet

  • Inhaltsstoffe des Kombucha Getränkes
  • Was ist der SCOBY?
  • Woher kommt der Kombucha?
  • Kombucha im 20. Jahrhundert
  • Herstellung
  • Wichtige Hinweise zum Kombucha
  • Was ist noch zu beachten?
  • Anwendung
  • Kolportierte Wirkungen
  • Fazit

Inhaltsstoffe des Kombucha Getränkes

Es enthält reichlich Vitamine. Und zwar B, C, D und K. Außerdem Enzyme, Gerbstoffe und Fermente. Darüber hinaus Magnesium, Eisen, Kalium, Natrium, Kupfer, Zink und Mangan.

Aber er enthält auch organische Säuren wie Folsäure und Oxalsäure. Daher wirkt er trotz seines säuerlichen Geschmacks auf den Organismus basisch. Und damit einer Übersäuerung entgegen.

Je nach Zubereitung und Gärdauer enthält Kombucha ähnlich viel Zucker wie Limonade. Daher sollten natürlich vor allem Diabetiker vorsichtig sein.

Bei der Gärung entstehen außerdem Kohlendioxid und Alkohol (0,1 bis 2 %). Sowie verschiedene Säuren. Vor allem Essigsäure, Milchsäure und Gluconsäure. Das selbst hergestellte Geträmk enthält außerdem lebende Mikroorganismen.

Kombucha

Was ist der SCOBY?

Der Kombuchapilz ist eine komplexe Symbiose aus zahlreichen Hefe- und Bakterienstämmen. Er verwandelt den Zucker und andere Stoffe im Tee. Und zwar in ein köstliches Getränk aus diversen Säuren.

Aber eigentlich ist er eine große Fabrik. Denn er produziert diverse nützliche und heilsame Stoffe. Und dies über allerlei komplexe biochemische Reaktionen.

Seine glatte weißliche Seite ist die Oberseite, von der aus er wächst. An der Unterseite ist er rau und bräunlich.

Der Scoby wächst erst in die Breite, dann in die Höhe und nimmt dabei die Form des Behälters an. In einem runden Gärglas bekommt er eine runde Form. In einem viereckigen Behälter wird er viereckig. Je breiter das Glas ist, umso größer wird er.

Gefäß für Kombucha

Beim Angreifen fühlt er sich gallertig und ledrig an. Und seine eigenwillige Konsistenz verdankt er dem Acetobacter Xylinum.

Dieses Bakterium produziert Zellulose. Daher ähnelt der Scoby einer Kreuzung aus Qualle und Gummipfropf.

Woher kommt der Kombucha?

Der Kombucha hat schon die wunderlichsten Namen bekommen. Von „russiche Blume“ über “japanisches Mütterchen” bis zu “Helden- oder Zauberpilz” oder “Medusentee”.

Ursprünglich war er Bestandteil der asiatischen Volksmedizin. Dort galt er als “Lebenselixier”. Und als Heilmittel für nahezu alle Krankheiten. Allerdings ist diese Wirkungen noch nicht wissenschaftlich erwiesen.

Im alten China wurde Kombucha bereits vor rund 2200 Jahren getrunken. Und soll angeblich Unsterblichkeit verleihen. Wobei “Unsterblichkeit” in der chinesischen Tradition nicht dieselbe Bedeutung hat wie bei uns. Denn dort meint sie ein langes und gesundes Leben. Und zwar voller Vitalität und Wohlbefinden bis ins hohe Alter.

Kombucha

Aber auch in osteuropäischen Ländern wird Kombucha seit langem getrunken. Ebenso in Russland, Indien und Japan. Dort wird der Kombucha SCOBY von Generation zu Generation weitergegeben. Und zwar immer gemeinsam mit dem Wissen um seine Herstellung. Aber auch um seine heilsame und wohltuende Wirkung.

Und in manchen Kulturen wird der Kombucha als Geschenk gegeben. Nämlich um Freundschaften zu festigen. Denn so kann sein Ableger auch im anderen Haushalt weiterwachsen. Und schafft so ein imaginäres Freundschaftsband.

Geschenk

Kombucha im 20. Jahrhundert

Bei uns gibt es ihn erst seit dem 20. Jahrhundert. Und anfangs wurde er vor allem in Apotheken, Naturkostläden und Reformhäusern verkauft. Aber mittlerweile ist er auch in Supermärkten erhältlich. Allerdings wird dieser pasteurisiert. Also durch Erhitzen haltbar gemacht. Und dies tötet die Mikroorganismen ab. Daher ist gekaufter Kombucha biologisch nicht mehr aktiv. Daher ist es besser, den SCOBY von Hand zu Hand weiterzugeben. Und dann den Kombucha selbst herzustellen.

Vor allem Menschen, die Naturprodukte schätzen und Freude am Selbermachen haben, mögen den Kombucha. Und in Amerika gilt er gar als Powergetränk und Wellnessdrink.  

Herstellung von Kombucha

Dieses Getränk ist leicht selbst herzustellen. Und dann auch wesentlich vitaler als gekaufter. Außerdem lassen sich beim Selbermachen die Zutaten variieren. Wodurch sich natürlich der Geschmack ändert. Aber auch die Gärzeit ist variabel.

Und natürlich kostet selbst hergestellter Kombucha einen Bruchteil von dem gekauften Getränk.

Tee für Kombucha

Bei sorgfältiger Pflege teilt und verjüngt sich der SCOBY praktisch unendlich. Hole dir einen lebenden, aktiven SCOBY von jemand, der selbst produziert. Pilze aus der Apotheke oder dem Internet sind meist nicht so regenerationsfähig.

Frischer, biologisch aktiver Kombucha gärt auch ohne Pilz weiter. Und verwandelt sich innerhalb weniger Wochen auf natürlichem Weg in Essig.

Du brauchst dazu nur Tee, Zucker und eine Kombucha-Mutter, also den SCOBY.

Diesen gibst du in eine Mischung aus 5 Teilen lauwarmen Tee (Achtung: der Tee darf nicht mehr heiß sein!) und 1 Teil Kombucha.

Daher ist es wichtig, immer wieder einen Teil als Starterflüssigkeit für die Weiterzucht aufzuheben.

Als Tee kannst du schwarzen oder grünen Tee nehmen. Die wichtigen Inhaltsstoffe des Tees bleiben dabei weitgehend erhalten. Wie etwa Gerbstoffe, Antioxidantien, Teein. Meide aromatisierten Tee, den mag der Pilz nicht. Und er bevorzugt braunen Zucker.

brauner Zucker für Kombucha

Wichtige Hinweise zum Kombucha

  • Nimm ein großes Glas mit einer weiten Öffnung!
  • Und verschließe es mit einem Gummiband um ein Tuch. Oder einem Blatt von einer Küchenrolle!
  • Dann stell dieses an einen gleichmäßig warmen Platz!
  • Verwende für den Tee weiches, sauberes Trinkwasser. Dieses muss frei von Chlor und eventuell Fluor sein.
  • Nimm nicht-aromatisierten schwarzen oder grünen Tee. Denn dieser enthält die essenziellen Nährstoffe, die der Kombucha baucht.
  • Als Energielieferant dient Zucker – am besten brauner.
  • Die Temperatur sollte idealerweise 25 bis 30 °C. sein. Eine Temperatur unter 18 °C verlangsamt die Gärung.
  • Kombucha braucht Sauerstoff, daher sollte das Gärglas nie hermetisch verschlossen werden. Es dürfen keine Essigfliegen zum Kombucha gelangen.
  • Achte dabei sehr auf Hygiene! Also reinige bei jeder Herstellung Hände und Gefäß gründlich heiß. Denn mit Fremdkeimen (Schimmelpilz-Giften) verunreinigter Kombucha kann empfindlichen Menschen (zB mit einer Immunschwäche) Probleme bereiten.
  • Verwende keine Desinfektionsmittel wie Chlorwasser.

Was ist noch zu beachten?

  • Stell keine Blumentöpfe in die nähere Umgebung. Denn Keime aus der Blumenerde können kontaminierend wirken.
  • Wegen seiner Säuren sollte er nicht längere Zeit mit Metall in Berührung kommen. Weil es sonst zu unerwünschten chemischen Reaktionen kommt. Dann können giftige Metallsalze entstehen. Und diese reagieren mit den Gerbstoffen aus dem Tee.
  • Bei Schimmelbefall wirf die gesamte Kultur weg!
  • Je wärmer es der Kombucha hat, umso rascher gärt er. Im Sommer gärt er daher rascher. Dann hast du bereits innerhalb weniger Tage dein fertiges Kombucha-Getränk.
  • Und innerhalb weniger Tage entsteht ein neuer Kombucha Pilz. Dieser schwimmt an der Oberfläche. Während der alte Schwamm auf den Boden sinkt. Der junge SCOBY bedeckt die gesamte Oberfläche und wird mit der Zeit immer dicker. Daher empfiehlt sich eben eine weite Öffnung. Denn so wird dein Pilz größer.
  • Nach einer Weile hat dein Kombucha den für dich idealen Gärungsgrad erreicht.
  • Dann gieße den Großteil der Flüssigkeit ab. Und bewahre diesen in einer Glasflasche im Kühlschrank auf. Allerdings darfst du die Glasflasche nicht luftdicht verschließen. Denn der Kombucha gärt auch ohne Pilz noch weiter.
  • Den Rest der Flüssigkeit mische wieder mit 5 Teilen Tee für den nächsten Kombucha.

Kombucha

Anwendung

Aus meiner Sicht ist der Genuss von Kombucha nicht limitiert. Verschiedene Quellen geben unterschiedliche Empfehlungen. Aber du merkst am besten selbst, wieviel dir wohl tut.

Hör daher auf die Signale deines Körpers! Und freue dich an diesem gesunden und wohlschmeckenden Getränk! Aber experimentiere auch mit den Zutaten! Denn so bekommst du immer neue Geschmacksnoten.

Wenn dein Darm empfindlich ist, solltest du langsam mit dem Trinken beginnen. Denn so gibst du deinem Körper die Chance, sich an das neue Lebensmittel zu gewöhnen. Beginne vielleicht mit 1 kleinem Glas täglich. Und dann steigere langsam die Dosis.

Einige Stoffe des Kombuchas nimmt dein Magen leer besser auf. Aber andere verarbeitet dein Verdauungstrakt eher langsam. Daher ist es sinnvoll, einen Teil nüchtern und einen Teil zum Essen zu trinken.

Du kannst Kombucha aber auch kurmäßig trinken. Denn damit gewöhnst du dich nicht zu sehr an die Inhaltsstoffe. Dazu trinke 6 Wochen lang täglich 2 Gläser Kombucha. Und dann setze wieder 6 Wochen aus.

Und wenn du merkst, dass dir der Kombucha wohltut, dann trinke ihn dauerhaft!

Zum Beispiel auch als Eistee – mit etwas Zitrone, Ingwer, Minze oder auch mit Früchten…

Zitrone für Kombucha

Kolportierte Wirkungen

  • Kombucha soll die Darmfunktion verbessern,
  • das Immunsystem aktivieren,
  • den Stoffwechsel anregen
  • und das Blut reinigen.

Empfohlen wird Kombucha bei zahlreichen Krankheiten. So etwa bei Gicht, Rheuma und unreiner Haut. Aber auch als Schutz vor Krebs und Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Allerdings sind solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen. Denn sie sind wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen.

Daher liegt es in deiner Eigenverantwortlichkeit, wie du mit dem Kombucha umgehst. Und welche Erfahrungen du damit machst.

Jedenfalls ist er als Erfrischungsgetränk unbedenklich. Allerdings muss der Zucker- und Alkoholgehalt bedacht werden. Und evtl. auch das Koffein und Teein.

Die gesundheitlichen Wirkungen des Kombucha lassen sich mit anderen fermentierten Lebensmitteln vergleichen. Wie Sauermilchprodukten, deren Mikroorganismen positiv auf die Darmflora wirken.
Aber quantitativ ist diese Wirkung des Kombucha noch nicht erforscht.

Wissenschaftlich nachgewiesen sind allerdings die leicht abführende Wirkung. Aber auch die schwach antibakterielle Wirkung des Kombucha. Die wohl auf dem Gehalt an Essig- und Milchsäure beruht.

Kombucha

Fazit

Der Kombucha ist ein gesundes Erfrischungsgetränk. Er hat einen geringen Alkoholgehalt. Und wird am besten gekühlt genossen.

Der Scoby ist ein lebendes Wesen. Und daher braucht er möglichst ideale Bedingungen. Denn erst dann erfüllt er seine Funktion optimal. Dazu braucht er die Zufuhr von Nährstoffen und Sauerstoff. Aber auch die Raumtemperatur ist wichtig.

Der Kombucha reagiert nicht immer auf dieselbe Weise auf seine Umgebung. Und er sieht auch nicht immer gleich aus. So sind ja auch zwei Kirschen vom selben Baum nicht identisch.

Aber du wirst sehen, es macht Freude, deinen eigenen Kombucha zu erzeugen.

Bilder von PIXABAY